KW 02/2012 – KÖDERPREISE

Eine der wesentlichen Erkenntnisse der Verhaltensökonomie und der Kaufökonomik ist, dass in Bezug auf das Einkaufverhalten die Kunden alles andere als rational handeln. Die Irrationalität wird dabei von Anbieterseite zum Teil bewusst gefördert. Immer wieder werden völlig „sinnlose“ Produkte zu aberwitzigen Preisen angeboten, nur um die „Standard-Angebote“ besser dastehen zu lassen. Im Vergleich zu einem plakativ dekorierten, nerzbesetzten Hüftgurt für 19.000,00 € wirkt zum Beispiel eine Geldbörse für 480,00 € wie ein Schnäppchen.

Im Jahr 2008 hat Burger King in London seinen „Edelburger“ präsentiert. Kostenpunkt umgerechnet 110,00 €. Obwohl damit offiziell versucht wurde, den bisherigen „Rekordhalter“ in diesem Bereich zu übertreffen (Angebot eines Burgers für 80,00 €), trat auch und vor allem der Effekt ein, dass ein regulärer Whopper für 5,00 € auf das gedankliche Preisniveau von Ketchup oder Majonäse reduziert wurde. Immerhin gab es dann aber auch (auf Vorbestellung) spanischen Pata-Negra-Schinken, Champagner-Zwiebelstreifen und das vermeintlich seltene rosa Himalayasalz.

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