KW 01/2012 – Nachahmung
Mimikry, die von Forschern bezeichnete Neigung unser Gegenüber in Form von Gestik, Mimik oder Sprache nachzuahmen, hat verschiedene Auswirkungen auf das soziale Miteinander. Es lässt uns sympathischer erscheinen, ist dennoch nicht immer ratsam.
Der Sozialpsychologe Robert Zajonc hat schon in den 1980 Jahren entdeckt, dass Gesichtszüge langjähriger Partner zum Beispiel als besonders ähnlich eingestuft werden. Die so Beurteilten sind demnach umso zufriedener mit ihrer Beziehung, je deutlicher sie sich in ihrer Physiognomie einander “angeglichen” haben. Bei einem weiteren Experiment im Jahr 2000 fanden die Psychologen Roland Neumann und Fritz Strack heraus, dass Probanden nicht nur die Tonlage, sondern auch die Grundstimmung nachahmen, wenn ihnen ein Text entweder mit fröhlicher, oder trauriger Stimme vorgelesen wurde. Wer also stets gutgelaunte Partner an der Seite hat, sei es im Geschäfts-, oder Privatleben, läuft selbst beschwingter durch die Welt und dies “sichtbar”. Dies ist aber eben leider auch in der anderen Richtung machbar: Wer zum Beispiel einen miesepetrigen Vorgesetzten hat, dem kann es passieren, dass er ihm über die Jahre sogar äußerlich ähnlicher wird.




